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Flixtrain

Warum ist Flixtrain so günstig?

Flixtrain macht mit seinen grünen Fernzügen der Deutschen Bahn immer mehr Konkurrenz. So ist man mittlerweile in Deutschland auf sechs Verbindungen unterwegs und verbindet damit bereits zahlreiche Großstädte miteinander. Und auch international hat man in Schweden bereits eine erste Verbindung an den Start gebracht. Viele der Kunden gewinnt man dabei auch über den günstigen Preis. Doch warum ist Flixtrain so günstig? Wie kann das im Vergleich zu den höheren Preisen der Deutschen Bahn sein?

Grundsätzlich gibt es nicht den einen Grund, der dafür sorgt, dass Flixtrain so günstig ist. Vielmehr ist die Ursache dafür eine Kombination aus mehreren Faktoren. Der entscheidendste Grund dafür dürfte jedoch die deutlich günstigere und schlankere Kostenstruktur bei Flixtrain sein.

So besitzt Flixtrain selbst gar keine Züge, sondern leiht sich die Loks und die Wagen bei anderen Firmen aus. Zudem betreibt man die Züge auch nicht selbst mit eigenem Personal, sondern arbeitet dafür ebenfalls mit Partnerunternehmen zusammen, die dies übernehmen. Als Züge kommen zudem keine modernen und teuren Hochgeschwindigkeitszüge zum Einsatz, sondern modernisierte ältere Wagen, die in der Anschaffung und im Betrieb deutlich günstiger sind. Somit ist Flixtrain durch geringere Kosten für die Züge nicht nur günstiger unterwegs, sondern auch flexibler durch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen.

Hinzu kommt, dass die Wagen von Flixtrain keine erste Klasse haben und vergleichsweise viele Sitzplätze haben. Dadurch können mehr Fahrkarten auf relativ geringer Fläche verkauft werden. So schafft man es auch mit geringeren Ticketpreisen auf entsprechende Einnahmen zu kommen. Außerdem gelingt es Flixtrain dabei durch dynamische Preise und zahlreiche Marketing-Aktivitäten recht gut die Züge gut auszulasten, sodass möglichst viele Sitzplätze im Zug belegt sind.

Hinzu kommt die Wahl der Trassen. So kann man in Deutschland nicht einfach einen Zug auf die Schienen stellen und losfahren, sondern braucht dafür entsprechende Trassen, worauf sich die Bahn-Unternehmen wiederum bewerben müssen. Dabei gibt es verschiedene Preisstufen. Die Deutsche Bahn nutzt mit ihren ICEs dabei relativ teure Trassen, um mit den Zügen schnell unterwegs zu sein. Flixtrain hingegen nutzt günstigere Trassen. Das ist gleichzeitig auch der Grund weshalb der Flixtrain während der Fahrt immer wieder ICEs überholen lassen muss und dafür zum Teil sogar anhalten muss. Andererseits spart Flixtrain dadurch wieder Geld und kann die Tickets günstiger anbieten.

Zuletzt ist Flixtrain, beziehungsweise Flixmobility als Unternehmen hinter dem Angebot, noch ein recht junges Unternehmen mit starken Investoren im Hintergrund, die an einem weiteren Wachstum des Unternehmens interessiert sind. Daher liegt der Fokus derzeit auch noch stark auf dem Wachstum und der Gewinnung neuer Kunden. Natürlich ist dabei auch ein Ziel damit Gewinne zu machen und profitabel zu sein. Dies steht jedoch nicht unbedingt an erster Stelle und so werden Verluste auch durch das Geld der Investoren abgefedert.

Gleichzeitig sorgt dieses Umfeld eines jungen und dynamischen Unternehmens auch dafür, dass der Anteil an Mitarbeitern in der Verwaltung deutlich geringer ist. Kombiniert mit dem digitalen Vertrieb ergeben sich dadurch auch geringere Kosten als bei der Deutschen Bahn, die insgesamt deutlich höhere Verwaltungskosten hat.

Letztendlich lässt sich somit sagen, dass es eine Reihe von Gründen für die niedrigen Preise bei Flixtrain gibt. Hauptsächlich kann Flixtrain die Tickets jedoch durch die günstige Kostenstruktur und die Effizienz so günstig anbieten. Ob dies auch längerfristig so bleibt, bleibt jedoch noch abzuwarten.

Im Bereich der Fernbusse stiegen die Preise zwar merklich an, nachdem Flixbus den größten Teil des Marktes beherrschte, aber ein ähnliches Vorgehen wird im Bahn-Bereich schwierig. Denn die Deutsche Bahn wird man sicherlich nicht verdrängen. Für die Zukunft lässt sich vielmehr vermuten, dass es ein Nebeneinander beider Unternehmen geben wird, wobei sich Flixtrain weiterhin auf die preissensibleren Kunden und stärker nachgefragten Strecken fokussieren wird, während die Deutsche Bahn mit Komfort-Angeboten wie einer ersten Klasse oder einem richtigen BordRestaurant sicherlich die eher zahlungsbereitere Kundschaft, die auch bereit ist ein paar Euro mehr zu zahlen, weiterhin bedienen wird. Zumal Flixtrain auch in Zukunft sicherlich kein derart großes Streckennetz wie die Deutsche Bahn haben wird.

Deutlich erhöhen wird Flixtrain die Preise somit nicht können, da man ansonsten schnell Gefahr läuft in einen ähnlichen Preisbereich wie die Deutsche Bahn zu kommen, wobei sich viele Kunden im Falle von gleichen Preisen aufgrund der moderneren Züge und der besseren Services im Falle von Verspätungen oder Ausfällen sicherlich doch eher für die Deutsche Bahn entscheiden würden.

Möglich ist allerdings durchaus, dass Flixtrain in Zukunft durch verschiedene Zusatzleistungen probieren wird mehr Geld zu verdienen. Dies hat man bereits mit den kostenpflichtigen Sitzplatzreservierungen und den Komfortsitzplätzen begonnen. Denkbar wären hier nach dem Vorbild von Fluggesellschaften durchaus noch weitere kostenpflichtige Zusatzleistungen. Die eigentlichen Ticket-Preise werden im Vergleich zur Deutschen Bahn jedoch ziemlich sicher erst einmal weiter recht günstig bleiben, sodass der Flixtrain auf vielen Strecken für preissensiblere Kunden alleine wegen des Preises schon eine gute Alternative zur Deutschen Bahn ist.

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Thomas Lammpe · Am 25. Juli 2021 um 08:02 Uhr

Flixtrain ist auch durch die BahnCard für diejenigen, die keine BahnCard haben, günstiger als die DB. Um die teils hohen BahnCard-Rabatte gewähren zu können, und trotzdem noch genug Geld zu verdienen, muss die Deutsche Bahn die nicht rabattierten Preise höher ansetzten.

Außerdem fährt der Flixtrain weniger häufig oder gar nicht an den verkehrsschwachen Tagen Dienstag und Mittwoch und erzielt so eine höhere Auslastung.

Gruß vom Fernbus und Fernzugforum auf Facebook, wo eure Artikel immer wieder gerne verlinkt werden, bald auch dieser. https://www.facebook.com/FernbusForum

Maximilian (drivest.de) · Am 25. Juli 2021 um 11:03 Uhr

Danke dir für deine guten und richtigen Ergänzungen, Thomas! 🙂

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