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VRR: Transdev übernimmt Vertrieb der Fahrkarten

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und die Deutsche Bahn gehen in Zukunft getrennte Wege was den Verkauf von Fahrkarten an Bahnhöfen und Haltepunkten innerhalb des VRR-Gebietes angeht. So werden ab Dezember die alten Automaten der Deutschen Bahn nicht mehr nutzbar sein und stattdessen durch neue Automaten des neuen Dienstleisters Transdev ersetzt. Auch für viele Reisezentren der Deutschen Bahn bedeutet das das Aus. Doch auch in Zukunft können Kunden bei der Deutschen Bahn über den DB Navigator weiterhin VRR-Tickets kaufen.

Der neue Dienstleister Transdev hatte sich im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt und legte ein besseres Angebot als die Deutsche Bahn, die den Vertrieb in der Vergangenheit betrieb, vorgelegt. Daher wird Transdev ab Dezember den Vertrieb der Tickets übernehmen. Dazu werden 445 neue Ticketautomaten und Entwerter aufgestellt, die auch vom Aussehen her an das Design des VRR erinnern werden. Damit wird sich allerdings die Zahl der Automaten im VRR-Gebiet verringern.

Die Deutsche Bahn betrieb bisher nämlich 540 Automaten. Von diesen werden lediglich 32 Automaten für den Vertrieb von Tickets für den Fernverkehr erhalten bleiben. Die anderen 508 Automaten werden abgebaut. Stattdessen kommen aber eben nur 445 neue Automaten hinzu, sodass den Kunden im Endeffekt 63 Automaten weniger zur Verfügung stehen werden als bisher.

Reisezentren schließen

Da die Deutsche Bahn ab Dezember eben keine Berechtigung mehr zum Vertrieb von VRR-Tickets an den Bahnhöfen hat, stehen auch eine Menge Reisezentren in Nordrhein-Westfalen vor dem Aus. Denn diese könnten in Zukunft nur noch Tickets des Fernverkehrs verkaufen. Das rechnet sich jedoch in vielen Bahnhöfen nicht, da nicht mehr genug Tickets in den Reisezentren gekauft werden, um den enormen personellen Aufwand zu rechtfertigen. Daher kündigte die Deutsche Bahn bereits an, dass zahlreiche Reisezentren schließen werden. Das betrifft vor allem die Städte Mülheim, Neuss, Mönchengladbach, Krefeld, Dinslaken, Wesel, Herne, Wanne-Eickel und Haltern am See.

Ein Teil dieser Reisezentren sind dabei sogar schon vor der eigentlichen Übergabe an Transdev geschlossen, da die Mitarbeiter der entsprechenden Reisezentren kündigten und daher nicht mehr genug Personal zur Verfügung steht, um die Reisezentren noch bis zu ihrer Schließung regular zu betreiben.

Fernverkehrstickets weiter erhältlich

Doch trotz der fehlenden Reisezentren in den Städten und dem Abbau der roten Automaten der Deutschen Bahn soll es weiterhin an den Stationen die Möglichkeit zum Erwerb von Ticket für den Fernverkehr der Deutschen Bahn geben. Dazu arbeitet Transdev mit der Deutschen Bahn zusammen und ermöglicht die Buchung entsprechender Tickets an den neuen Automaten.

Doch auch den Service-Stellen, die in den Bahnhöfen eingerichtet werden sollen, soll es Tickets für den Fernverkehr zu kaufen geben. Dabei handelt es sich zumeist um Shop-in-Shop-Lösungen. Dabei werden VRR-Ticketschalter in andere Ladenlokale integriert. In anderen Fällen soll es in der Nähe des Bahnhofs Vertriebsagenturen geben, die den Vertrieb von Tickets übernehmen. Dabei kann es sich dann um Kioske oder Buchläden handeln.

Lediglich in einigen wenigen fällen betriebt Transdev selbst eigene Kundenzentren, die im Stile von den Reisezentren der Deutschen Bahn aufgebaut sein sollen, aber im Design des VRR daherkommen sollen. Dies wird lediglich in den Hauptbahnhöfen in Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg und Düsseldorf sowie am Bahnhof Düsseldorf Flughafen der Fall sein.

DB Navigator nicht betroffen

Trotz der Neuvergabe des Vertriebs im VRR werden Kunden aber auch weiterhin Tickets der VRR über die App DB Navigator der Deutschen Bahn kaufen können. Dies betonte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Über die App lassen sich die selben Tickets wie an den Automaten auch digital erwerben. Dies wird aber eben auch weiterhin möglich sein und ist aufgrund anderer Verträge nicht von der Umstellung betroffen.

Letztendlich stehen damit im Dezember also größere Veränderungen in der Struktur des VRR an, die sicherlich auch die Kunden in einigen Fällen verwirren werden. Ohnehin mag das Angebot von Transdev für den VRR zwar attraktiver gewesen sein, bedeutet für den Kunden aber einige Nachteile. Immerhin schließen nicht nur zahlreiche Reisezentren der Deutschen Bahn, sondern auch die Zahl der Automaten wird reduziert. Daher bleibt noch abzuwarten wie diese Änderungen im Dezember dann von den Kunden aufgenommen werden und zu wie vielen Problemen es bei der Umstellung kommen wird.

Transdev selbst hat allerdings schon Erfahrungen in diesem Bereich. So hat man vor einiger Zeit auch im Raum Frankfurt den Vertrieb von Fahrkarten übernommen und eigene Automaten aufgestellt, sodass man aus den dortigen Fehlern lernen konnte und diese bei der Umstellung im VRR nicht nochmals machen muss.

Das Unternehmen Transdev gehört zu 66 Prozent dem staatlichen französischen Finanzinstitut Caisse des Dépôts. Die übrigen 34 Prozent hält die Rethmann-Gruppe. Insgesamt läuft der Vertrag zwischen Transdev und dem VRR nun bis Ende Januar 2030. Kunden werden also genug Zeit haben, um sich an die Automaten von Transdev gewöhnen zu können. Immerhin werden sie mindestens 10 Jahre mit diesen auskommen müssen.

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