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München: MVV-Tickets werden ab Dezember erneut teurer

Nachdem bereits im letzten Jahr die Preise für Nahverkehrstickets im Raum München um durchschnittlich knapp drei Prozent erhöht wurden, steht nun die nächste Preiserhöhung an. So verkündete der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) nun, dass die Ticketpreise ab dem 12. Dezember erneut um durchschnittlich 3,7 Prozent steigen werden. Grund dafür sollen auch die Auswirkungen der Pandemie sein.

So erklärte der MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch, dass die Pandemie zu enormen Einnahmeausfällen geführt habe, aber man in München das Angebot dennoch nahezu uneingeschränkt aufrechterhalten habe. Insgesamt sollen rund 20 Prozent der Abo-Kunden ihre Abos gekündigt haben. Zudem sind die Fahrgastzahlen um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen. Der Ausgleich der höheren Kosten sei daher notwendiger denn je, um auch längerfristig das Angebot zu erhalten und weiter ausbauen zu können.

Bundesweit wurden die Einnahmeausfälle im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs zuletzt für die Jahre 2020 und 2021 auf insgesamt rund sieben Milliarden Euro geschätzt. Ein großer Teil dieser Ausfälle soll dabei durch einen milliardenschweren Rettungsschirm von Bund und Ländern ausgeglichen werden. Im vergangenen Jahr wurden dazu bereits 2,5 Milliarden Euro vom Bund bereitgestellt. Und auch für das Jahr 2021 wurden bereits entsprechende Mittel genehmigt.

Dennoch müssen nun eben auch die Fahrgäste mehr zahlen. Von Fahrgastvertretern wird dies stark kritisiert. Denn durch nochmals teurere Tickets wird es schwierig die Verkehrswende zu bewältigen und mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn zu überzeugen. Pro Bahn fordert daher höhere Zuschüsse und eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen für den öffentlichen Nahverkehr.

Ab Dezember müssen die Pendelnden in und um München nun aber in jedem Fall erst einmal mehr zahlen. Steigen werden die Preise dabei sowohl für die Abo-Karten als auch für Einzelkarten. Noch vorhandene Einzelkarten des Zonen- oder Kurzstreckentarifs (Einzel-, Tages- oder Streifenkarten) können jedoch noch bis zum 31. März 2022 weiter genutzt werden.

Letztendlich ist die erneute überdurchschnittliche Preiserhöhung im Münchener Nahverkehr für alle Fahrgäste keine sonderlich gute Nachricht. Und sicherlich wird es auf diesem Wege auch immer schwerer werden weitere Menschen vom Umstieg auf Busse und Bahnen zu überzeugen. Zumal die Tickets auch heute schon nicht unbedingt günstig sind. Für eine wirkliche Verbesserung der Situation bedarf es aber wohl politische Entscheidungen und stärkere Zuschüsse des Bundes oder der Kommunen. Und bis dahin müssen die Kosten eben auch gedeckt werden.

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