× Home Train Bus Sharing Regional Digital Deals Tools Reviews
Hamburg

Hamburg: hvv schafft Bargeldzahlungen in Bussen ab

Veröffentlicht am 13. Februar 2022 | Lesedauer: 4 Minuten

Wer bisher in Hamburg mit dem Bus fahren wollte, konnte direkt beim Busfahrer mit Bargeld ein Ticket kaufen, wenn man nicht bereits ein Abo-Ticket hat. Das wird sich jedoch bald ändern. Denn ab Ende 2023 wird man in den Bussen der Hochbahn und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) nicht mehr mit Bargeld bezahlen können. Als Alternative führt man daher bereits ab Oktober eine neue Prepaid-Karte ein, die an zahlreichen Verkaufsstellen gekauft und aufgeladen werden kann, um damit dann in den Bussen auch ohne Bargeld Tickets kaufen zu können.

Durch die Abschaffung der Bargeldzahlungen in den Bussen verspricht sich der hvv mehr Pünktlichkeit durch kürzere Standzeiten an den Haltestellen, schnellere Zahlungsvorgänge, einen höheren Infektionsschutz durch weniger Kontakte und mehr Sicherheit durch den Wegfall der Bargeldbestände in den Bussen.

Die neue Prepaid-Karte wird es ab Oktober an mehr als 1.000 Verkaufsstellen in und um Hamburg zu kaufen geben. Dazu zählen teilnehmende Rewe-, Penny- und Toom-Standorte, aber auch zahlreiche Kioske und Tankstellenshops. Hat man bereits eine Prepaid-Karte kann man sie sogar an mehr als 1.700 Stellen wieder aufladen. Denn das ist nicht nur an allen Verkaufsstellen der Prepaid-Karte möglich, sondern auch an den Fahrkartenautomaten an allen Bahn-Stationen im hvv-Gebiet. Die Prepaid-Karte selbst ist dabei kostenlos und kann mit einem Guthaben zwischen fünf Euro und 150 Euro aufgeladen werden.

Im Bus selbst kann man die Prepaid-Karte dann direkt beim Einstieg an ein Lesegerät halten und darüber sein Ticket kaufen. Der Betrag wird dann vom Guthaben auf der Prepaid-Karte abgebucht und das Ticket im Hintergrund gespeichert. Dabei werden keine personenbezogenen Daten erhoben oder ausgewertet. Der direkte Ticket-Kauf mit einer Giro- oder Kreditkarte an den Lesegeräten ist hingegen leider erst einmal nicht möglich.

Natürlich kann man aber auch weiterhin seine Tickets auf anderen Wegen kaufen. So können diese einfach und bequem über die hvv-App oder den DB Navigator gekauft werden, aber auch über die hvv-Website, an den Fahrkartenautomaten oder an hvv-Verkaufsstellen. An den Fahrkartenautomaten im hvv-Gebiet wird dabei natürlich auch weiterhin eine Barzahlung möglich sein, wenn man dennoch unbedingt mit Bargeld sein Ticket kaufen möchte.

Der Verkauf von Tickets mit Barzahlung stellt dabei jedoch nur noch rund fünf Prozent des Umsatzes im hvv dar. Zwar waren dies im vergangenen Jahr noch immer knapp 14 Millionen verkaufte Tickets, aber gleichzeitig wurden im vergangenen Jahr auch schon knappe 15 Millionen Tickets digital verkauft. Fast 90 Prozent der Fahrgäste haben zudem bereits Zeit- oder Abo-Karten, die sie für ihre Fahrten im hvv nutzen.

Die Umstellung von der Bargeldzahlung auf die digitale Abrechnung und die Einführung des Prepaid-Systems lässt sich der hvv rund elf Millionen Euro kosten. Das Geld soll jedoch schon nach nur zwei Jahren wieder drin sein. Dazu trägt auch ein Zuschuss des Bundes in Höhe von rund acht Millionen Euro bei.

Hamburg ist dabei auch nicht die erste Stadt, die die Barzahlung in den Bussen abschaffen möchte. So kündigte man auch schon in Städten wie Berlin und Dresden ein ähnliches Vorgehen an und möchte Tickets möglichst nur noch digital verkaufen.

Letztendlich wird damit künftig in den Bussen der Hochbahn und der VHH kein Ticketkauf mit Bargeld mehr möglich sein. Bis dahin gibt es jedoch noch eine einjährige Übergangszeit, um sich an das neue System zu gewöhnen. Der größte Teil der Fahrgäste wird von dieser Umstellung aufgrund der vielen Abo- und Zeitkarten ohnehin nicht sonderlich viel mitbekommen. Gerade für Liebhaber von Bargeldzahlungen wird diese Umstellung jedoch sicherlich eine Umgewöhnung sein.

Einen Kommentar hinterlassen

Keine Kommentare vorhanden.

Schreibe den ersten Kommentar!

Keine News mehr verpassen!

Die spannensten Neuigkeiten und aktuelle Angebote direkt in dein Postfach. Mit dem Newsletter von drivest.de!

Hinweise zum Datenschutz