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Emmy will Flotte nach Coup-Aus deutlich ausbauen

Erst vor wenigen Tagen kündigte Coup, ein E-Roller-Sharing-Unternehmen aus dem Hause Bosch, überraschend an, dass man aufgrund der wirtschaftlichen Situation den Betrieb komplett einstellen werde. Damit bleibt nun lediglich Emmy als großes Sharing-Unternehmen für elektrische Roller übrig. Und Emmy könnte davon nun deutlich profitieren und zahlreiche neue Kunden für sich gewinnen. So kündigte der Emmy-Gründer jetzt an, dass man die Flotte bis zum Sommer verdoppeln wolle.

Bisher hat Emmy etwa 2.000 elektrische Roller im Einsatz. Dabei handelt es sich um moderne Versionen des DDR-Kultrollers  Schwalbe und das E-Roller-Modell Tuvi Torrot. Coup hatte zuletzt europaweit etwa 5.000 Fahrzeuge im Einsatz. Damit würde Emmy im Sommer etwa auf die bisherige Größe von Coup kommen. Emmy ist dabei in Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Wien aktiv. Damit deckt man zumindest mit Berlin den bisherigen Geschäftsbereich von Coup ab, die bis zu ihren Aus in Berlin, Tübingen, Paris und Madrid aktiv waren.

Doch auch für Emmy kam das Aus von Coup offenbar überraschend. So verriet Emmy-Gründer Valerian Seither, dass er zwar die ausbleibende Expansion, die von dem Unternehmen angekündigt wurde, bemerkt habe, aber nicht mit einer derart schlechten Situation des Unternehmens gerechnet habe. Beim eigenen Unternehmen achte er daher besonders auf Wirtschaftlichkeit, um nicht in eine ähnliche Situation zu kommen. Daher ist Emmy bisher auch immer nur Stück für Stück gewachsen.

Durch die derzeit hohe Nachfrage bei Emmy rechnet Seither zudem damit, dass Emmy innerhalb der nächsten 18 Monate auch schwarze Zahlen schreiben werde. So sei der Markt zwar weiterhin sehr herausfordernd, aber durchaus attraktiv und valide, sodass Emmy auch weiterhin an seiner Strategie festhält und sich nun als letzter Anbieter auf dem Markt behaupten kann.

Doch auch Emmy musste in letzter Zeit Rückschläge verkraften. So sind in Hamburg derzeit keine Roller auf den Straßen, da es einen Brand in den Lagerräumen von Emmy gegeben hat, der die Ladeinfrastruktur so stark beschädigte, dass die Roller nicht mehr aufgeladen werden konnten. Daher werden die Roller in Hamburg erst im März 2020 wieder zurückkehren. Dann soll auch in Hamburg eine größere Flotte als bisher zur Verfügung stehen.

Damit steht Emmy für die Zukunft der Weg offen. Denn einen wirklichen Konkurrenten im Bereich des E-Roller-Sharings gibt es nicht mehr. Lediglich in einigen wenigen Städten werden derartige Modelle von Stadtwerken oder anderen regionalen Unternehmen betrieben. Dann allerdings nicht im großen Stile, sondern nur auf eine sehr kleine Region beschränkt. Daher dürfte es spannend zu beobachten werden wie sich Emmy als letzter großer Anbieter auf dem Markt verhalten wird.

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